Reaktivierung nach 14 Jahren

Es ist 14 Jahre her, dass ich im Januar 2012 den Vorsatz gefasst hatte, Meinungen ins Internet zu schreiben und dafür dieses Blog aufzusetzen. Der Vorsatz hat drei Monate und elf Beiträge lang gehalten. Seitdem ist viel passiert, jedenfalls außerhalb dieses Blogs.

Heute leben wir in Zeiten des Slop, der massenhaft mit KI generierten und allermeistens minderwertigen Beiträge. Feindseligkeit und Hetze scheinen ein zunehmendes Problem zu sein, um das sich sogar Hilfsorganisationen wie HateAid gegründet haben. Gefühlt ist die Menge und die Intensität des Populismus keinesfalls weniger geworden. Das Thema Digitale Souveränität gewinnt nicht zuletzt durch die politische Situation in den Vereinigten Staaten von Amerika stark an Bedeutung.

Zynisch gefragt: Wovon sollen denn KI-Modelle in Zukunft lernen, wenn es nur noch KI-Inhalte gibt? Deshalb habe ich auch dem Untertitel dieses Blogs den Zusatz „100 % menschliche Intelligenz seit 2012“ verpasst, der natürlich eine Anspielung auf zu viel KI-Müll ist, aber mit der implizierten Zeitspanne von 14 Jahren bei 14 Jahren Lücke auch nicht ohne Selbstironie.

Diesen Tendenzen rund um Politik, Gesellschaft und Technik möchte ich etwas entgegenstellen, mit Sachlichkeit und Konstruktivität. Dafür bereite ich unter anderem Beiträge zur Nutzung von Open-Source-Software und Analysen zum Wahlkampfgeschehen in der Kommunalpolitik in meiner Nähe vor.

Mal sehen, wie lange der Vorsatz dieses Mal halten wird.

Verwerterpropaganda: Filesharing ist ein Risiko für den Benutzer, es gibt genug legale Alternativen und Streaming ist illegal

Vor einigen Tagen hatte ich begonnen, dieses Dokument der deutschen Verwertungsindustrie zu analysieren. Hier nun die Fortsetzung.

Es wird behauptet, dass Filesharing-Dienste die Benutzer einem Risiko aussetzten, mit Viren, Pornografie oder Gewaltdarstellung in Berührung zu kommen. Die Filesharing-Software könne auf Dateien zugreifen, die auf dem eigenen Computer gespeichert sind. Diese Behauptung ist soweit korrekt, was allerdings daran liegt, dass sie sehr allgemein gefasst ist. Genauso kann man behaupten, dass sich jeder Autofahrer dem Risiko eines tödlichen Verkehrsunfalls aussetzt. Meines Wissens findet man auf den Websites von Filesharing-Diensten, wie dem inzwischen abgeschalteten kino.to, häufig pornografische Werbung vor. Ich bin zwar kein intensiver Nutzer solcher Dienste, Gewaltdarstellungen sind mir aber bisher nicht untergekommen. Dass Filesharing-Software auf lokale Dateien zugreifen kann, stimmt. Wie sollte es diese sonst teilen? Das Gleiche kann jedes andere installierte Programm, sei es nun Skype, Word oder der Webbrowser. Die meisten Filesharing-Programme geben aber nicht die gesamte Festplatte frei. Sie teilen zunächst nur einen neu angelegten Ordner. Der Benutzer kann dann selbst weitere Ordner seiner Festplatte freigeben. Mir sind noch keine Filesharing-Programme bekannt, die ungewünschte Dinge mit meinen Daten angestellt hätten. Vorsichtig sein sollte man aber auf dubiosen Websites, die gerne dazu auffordern, gewisse Treiber oder ähnliches zu installieren, um auf Inhalte zugreifen zu können. Hierbei handelt es sich meist um Schadsoftware, die dem eigenen Computer tatsächlich gefährlich werden kann.

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Verwerterpropaganda: Illegale Downloads sind genauso schlimm wie Ladendiebstahl

Eben flog mir von @holgi über Twitter ein Zitat zu, das mir doch ein wenig seltsam erschien:

Wenn Du ein Lied runterlädst ohne zu bezahlen, sperren wir deine Eltern ein!

Dazu gab es den Link zu einem Dokument der deutschen Verwertungsindustrie. Der sogenannte Leitfaden soll über den legalen Umgang mit digitalen Inhalten aufklären. Leider fällt schnell auf, dass es sich dabei um Propaganda handeln muss, denn der systematische Versuch Sichtweisen zu formen, beginnt spätestens auf Seite 5.

Für mich ist das ein geeigneter Anlass, ein paar Dinge zu erläutern und zu diskutieren, die mich schon sehr lange beschäftigen.

Auf Seite 4 wäre bereits die Behauptung diskussionswürdig, das Urheberrecht sorge für das Einkommen von Kreativen. Meiner Ansicht nach verdient das Urheberrecht seinen Namen schon lange nicht mehr. Zwar ist es richtig, dass das Urheberrecht die Rechte der Urheber regelt. Das hält die Verwertungsindustrie jedoch keinesfalls davon ab, Kreative und Künstler auszubeuten. Aber darauf gehe ich vielleicht ein anderes Mal noch mal genauer ein.

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Das ARD radiofeature

das ARD radiofeature

© 2011 ARD

Der zweite Podcast, den ich empfehlen möchte, ist das ARD radiofeature. Hier gibt es an jedem letzten Sonntag eines Monats, eine etwa einstündige Sendung zu verschiedenen gesellschaftlichen Themen.

Besonders interessant fand ich bisher die Januar-Sendung mit dem Titel „Tretmühle Telekom“, den Beitrag „Mein Name ist: BND“ von Oktober und im Juni „Das atomare Vermächtnis der Nordmeerflotte“.

Die heutige Sendung: „Abstellgleis für alle“

Stuttgart ist eine Sackgasse der deutschen Verkehrspolitik. Anhand bahninterner Unterlagen wird der Schacher um das schwäbische Großprojekt als Beispiel für unkoordinierte Verkehrspolitik und regionale Egoismen rekonstruiert.

Links

Greyhound search_error problem

Two weeks ago I posted a description of a problem with the Greyhound search in browsers with German language settings. My website statistics say that people from all over the world are reading this post, not only from Germany. As I guessed, this indicates that the problem occurs not only with German language settings but with all other languages than English. As Greyhound hasn’t resolved the issue yet and unfortunately doesn’t seem to take it seriously, I decided to translate my previous post into English:

Greyhound is the largest intercity bus operator in North America. Unfortunately, there is currently an issue with the website in browsers with German language setting and I guess every other setting than English as well. When I tried to search for tickets and connections I got the error message: „search_error: Montag, 30. Januar 2012 is not a valid DateTime.“

Greyhound-Fehlermeldung

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Die Sargnägel der Verwertungsindustrie

Foto eines roten Londoner Busses vor dem Big Ben
Boing Boing

In England wurde jemand wegen einer Urheberrechtsverletzung verurteilt, weil er ein ähnliches Foto aufgenommen hatte. Wohl gemerkt, das Foto wurde keinesfalls kopiert.

Wer einmal einen Blick in die Google-Suche wirft, dem wird auffallen, dass die Idee keinesfalls sonderlich originär zu sein scheint. Die Suche nach „bus big ben“ ergibt etwa 19.700.000 Ergebnisse, von denen mindestens zwei Drittel der ersten 200 Bilder eine erhebliche Ähnliche mit den fraglichen Bildern aufweisen.

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Lass den Worten Taten folgen

Ein Teil der Brockhausenzyklopädie
Florian Hirzinger

Auf Englisch klingt das irgendwie besser: „practise what you preach“

Wenn ich mich mit Leuten über deren Projekte unterhalte, neige ich dazu ihnen zu raten, dass sie doch erst einmal loslegen und sich nicht mit Vorbereitungen aufhalten sollten. Ich weiß nämlich sehr genau, dass ich selbst dazu neige, Dinge erst bis ins kleinste Detail vorzubereiten bevor ich tatsächlich anfange. Und ich weiß noch besser, dass es mich meistens nur davon abhält wirklich anzufangen.

Deshalb versuche ich es diesmal anders. Aus diesem Grund hat das Blog zunächst einmal nur das minimal angepasste, voreingestellte WordPress-Design. Um die grafische Gestaltung kann ich mir später Gedanken machen.

Mein Hauptanliegen ist es mein Wissen zu teilen. Mit großer Mühe muss man sich immer wieder das eine oder andere Wissen aneignen und oft ist das Internet dabei nur mittelmäßig hilfreich. Oft sind die Umstände zu spezifisch, als dass ich genau das finden würde, was ich suche. In dieser Hinsicht scheinen Suchmaschinen in den nächsten Jahren noch große Entwicklungschancen zu haben. Wikipedia zeigt uns seit über zehn Jahren, dass die meisten Menschen ihr Wissen teilen möchte. Und obwohl Wikipedia der perfekte Ort ist, um das Wissen anzusammeln, das wir noch vor einigen Jahren in Wandschränke voller Enzyklopädiebände verbannt haben, ist sie für andere Arten des Wissens überhaupt nicht geeignet. Für bewährte Vorgehensweisen beispielsweise (was im Englischen mit „best practice“ auch viel besser klingt). Aber auch vieles anderes. Und das landet nun hier. Vielleicht kannst du ja etwas damit anfangen.

Recht auf freie Meinungsäußerung

Mein Vorsatz für das Jahr 2012: Ein Blog starten. Blogs gibt es seit dem Ende der 1990er Jahre, und obwohl ich schon vor der Jahrtausendwende angefangen habe, Inhalte ins Internet einzustellen, hatte ich bis heute kein persönliches Blog, mit dem ich mein Recht auf freie Meinungsäußerung ausüben und mich an der öffentlichen Diskussion beteiligen konnte.

Welcher Tag wäre besser geeignet damit zu beginnen als der, an dem die englischsprachige Wikipedia aus Protest gegen einen die Meinungsfreiheit gefährdenden US-amerikanischen Gesetzesentwurf für 24 Stunden ihren Dienst einstellt?