Die Sargnägel der Verwertungsindustrie

Foto eines roten Londoner Busses vor dem Big Ben
Boing Boing

In England wurde jemand wegen einer Urheberrechtsverletzung verurteilt, weil er ein ähnliches Foto aufgenommen hatte. Wohl gemerkt, das Foto wurde keinesfalls kopiert.

Wer einmal einen Blick in die Google-Suche wirft, dem wird auffallen, dass die Idee keinesfalls sonderlich originär zu sein scheint. Die Suche nach „bus big ben“ ergibt etwa 19.700.000 Ergebnisse, von denen mindestens zwei Drittel der ersten 200 Bilder eine erhebliche Ähnliche mit den fraglichen Bildern aufweisen.

Die Verwertungsindustrie wird sich vermutlich freuen. Einmal wieder wurde die Freiheit dessen, was man darf, beschnitten. Einmal wieder wurde ein Urteil gefällt, das man als Präzedenzfall gegen den Bürger verwendet werden kann. Aber wäre das nicht zu kurz gedacht?

War ’N Sync nicht eine Kopie der Backstreet Boys? Fünf Kerle singen tanzend schnulzige Popmusik? Und erzählen Armageddon und Deep Impact nicht die gleiche Geschichte? Eine Liebesgeschichte im Angesicht der nahenden Zerstörung der Erde durch einen Kometeneinschlag?

Lasst uns ähnliche Melodien, Akkorde und Tonarten, Dialoge, Szenen und Drehorte suchen und wenn dann niemand mehr irgendetwas Künstlerisches erschaffen darf, weil alles zumindest entfernte Ähnlichkeit mit etwas schon dagewesenem hat, dann wacht unsere Gesellschaft vielleicht endlich auf. Dann sieht sie hoffentlich ein, dass das Urheberrecht niemals dazu gedacht war, Kreativität zu beeinträchtigen. Denn genau dazu wird es schon seit Jahren missbraucht.

Quellen

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